Das Blaue Klavier Artproduktion / Reiner Hiby
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Fremd ist der Fremde

 



"FREMD IST DER FREMDE NUR IN DER FREMDE"

 

"Verlust der Heimat und Exil“


Reiner Hiby singt und Gerhard Polacek liest und spricht 


"Es irren derzeit sehr viele Menschen, verzweifelt nach Obdach und Lebensmöglichkeit suchend, in der Welt herum.

In diese Situation kamen sie nicht durch eigene Schuld, sondern durch fremden Willen. Aber das ändert wenig an ihrem Schicksal.


Unglück stigmatisiert wie Aussatz.

Eine Weile, eine kurze Weile weckt es Mitgefühl, bald Ungeduld, am Ende Ablehnung und Widerwillen.


Die Menschen, geneigt, aus der eigenen Not eine Tugend, sind noch mehr geneigt, aus der fremden Not ein Verbrechen zu machen"

(Alfred Polgar 1939)


"Ich übergebe den Flammen die Schriften von..."


Kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde von verschiedenen NS-Parteigliederungen eine organisierte und systematisch vorbereitete Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller gestartet. 

Im Zuge dessen kam es zu 93 Bücherverbrennungen, die von März bis Oktober 1933 in 70 Städten stattfanden. 

Vor allem jüdische, pazifistische und marxistische Autoren wurden verfolgt.

Nach der  Bücherverbrennung unter dem Motto "Wider den undeutschen Geist" begann eine erste große Auswanderungswelle.


Die Exilierten wurden mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert: 


Die Hoffnung von einer raschen Auflösung der Nationalsozialisten musste begraben werden, jegliche Kontakte zum Heimatland waren abgetrennt, das Leben in der fremden Umgebung wurde zudem erschwert.


 

Nur ein kleiner Teil der emigrierten Autoren konnte mit seiner schriftstellerischen Arbeit genügend Geld verdienen, um einen konstanten sozialen Status aufrechterhalten zu können.



Nicht alle Exilautoren waren in ihrer neuen, aufgezwungenen Heimat sicher. 


Zu Kriegsbeginn mussten die Schriftsteller erneut fliehen, die z. B. schon nach Frankreich (Benjamin, Roth) geflohen waren. So blieb den meisten Autoren nur der Weg über den Atlantik – nach Amerika (Brecht, Feuchtwanger, Th. Mann, H. Mann, Zuckmayer). 


Diese Flucht fiel vielen nicht leicht, denn die Trennung von der europäischen Kultur vergrösserte noch die Isolation.


Was treibt Menschen dazu, ihrem Land den Rücken zu kehren und mit der Heimat auch den sprachlichen, kulturellen Mittelpunkt hinter sich zu lassen?


"Nicht Hochmuth treibt sie aus dem Vaterlande,

Nein, Nahrungslosigkeit und Noth und Schmach!" heisst es in einem Auswandererlied aus dem

19. Jahrhundert! 


Die Lieder kreisen um die Gefühlswelt der Auswanderer um 1850 bis zu den ins Exil getriebenen Dichtern und Schriftstellern im Dritten Reich, während die Texte eher die gegenwärtige Situation abbilden und reflektieren!


Zu Gehör kommen Texte von  Max-Hermann Neisse – Else Lasker-Schüler – Walter Mehring - Hoffmann von Fallersleben - Heinrich Heine - Mascha Kaleko  - Paul Zech -


Theodor Kramer - Berthold Brecht - Alfred Polgar - Anton Kuh - Karl Valentin - Martin Schneider -Alhierd Bacharevic - Aynur Asik u.v.a.

 

 



 

 

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